Nationalpark Schwarzwald – Chance für Naturschutz, Tourismus und Demokratie!?

Veröffentlicht am 11.03.2013 in Veranstaltungen

Saskia Esken mit Mitgliedern ihres Wahlkampfteams, M. Thiel & F. Ceylan

So lautete der Titel einer sehr interessanten und spannenden Veranstaltung mit Dr. Thomas Waldenspuhl, Leiter der Abt. Wald und Gesellschaft bei der Forstlichen Versuchsanstalt sowie Nikolaos Sakellariou, Landtagsabgeordneter der SPD und Vorsitzender des Landesverbands der Naturfreunde Württemberg.

Der Fachvortrag von Dr. Waldenspuhl war ungemein informativ und beeindruckend, und er räumte mit so manchem der immer wieder vorgebrachten Argumente gegen einen Nationalpark in unserer Region auf. So machte er deutlich, dass die Waldfläche, die hierdurch aus der Nutzung genommen würde, in Relation zur gesamten Waldfläche der Region oder gar in Baden-Württemberg verschwindend klein ist und doch als zusammenhängende Fläche für den Naturschutz und die Artenvielfalt ungemein wertvoll.

Nik Sakellariou hob die Bedeutung eines Nationalparks für das Naturerleben gerade für Kinder und junge Menschen, aber auch für Erwachsene hervor. „Durch Erlebnisse da, wo Natur Natur sein darf“, könne ein viel besseres und tieferes Verständnis für Natur- und Umweltschutz und für die Erhaltung der Artenvielfalt erzeugt werden als durch Unterricht, Vorträge und Bücher.

Die Calwer Kreisvorsitzende und Bundestagskandidatin Saskia Esken zeigte Verständnis für die teils sehr emotional gefärbte Argumentation gerade älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger im Umfeld des Suchgebiets, machte ihre positive Haltung aber sehr deutlich: „Kinder und Jugendliche haben in der Nachkriegszeit den kahlgeschlagenen Wald mit den eigenen Händen wieder aufgeforstet. Daraus ist gerade bei der älteren Generation ein tief verankertes Verantwortungsgefühl für diesen Wald entstanden. Der Nationalpark ist aber nicht mit einem Kahlschlag gleichzusetzen, das kann man in dem mittlerweile über 100 Jahre alten Bannwald am Wilden See sehr gut sehen. Ich halte den Nationalpark Schwarzwald für eine großartige Chance für den Naturschutz und für den Tourismus, und er könnte Identität stiften für unsere Region.“

Der Kreisparteitag des SPD-Kreisverbands Calw hat im Anschluss an die Veranstaltung eine Resolution zum Nationalpark Schwarzwald verabschiedet. Die Calwer Sozialdemokraten befürworten die Einrichtung eines solchen Nationalparks in unserer Region als großen Gewinn für Naturschutz, für Forschung, Bildung und das Naturerleben. Nach Meinung des SPD-Kreisverbands kann ein Nationalpark Schwarzwald Identität stiften für die gesamte Region. Die SPD-Fraktion im Kreistag und die Landkreisverwaltung im Kreis Calw werden aufgefordert, sich dafür einzubringen, dass die Suchraumflächen im Kreis Calw auch tatsächlich Teil des Nationalparks Schwarzwalds werden.

Auch der SPD-Kreisverband Freudenstadt wird sich noch eingehender mit dem Thema Nationalpark befassen. So hat bereits der Leiter des Naturschutzzentrums Ruhestein, Wolfgang Schlund, seine Teilnahme für die Kreisdelegiertenkonferenz in Freudenstadt zugesagt. Bereits heute sind alle Interessierten eingeladen an dieser Veranstaltung welche am 19.04.2013 in Freudenstadt stattfindet teilzunehmen.

 

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