Für Brücke und Lärmschutz

Veröffentlicht am 13.12.2008 in Projekte

Beim städtischen Bürgerforum in Nordstetten wurde auf Umsicht plädiert
Der Grundkonsens des „Bürgerforums Straßenplanung für Neckartalbrücke und Ortsumgehung Horb“ am Mittwoch in Nordstetten war der Bau der Neckartalbrücke und im Prinzip ebenso der Schutz vor verkehrsbedingtem Lärm und Schadstoffen. OB Michael Theurer vermittelte sich als „Verstärker“, der im Sinne der HIL aktiv werden will.

Auf großes Interesse – über Nordstetten hinaus – stieß das „Bürgerforum Straßenplanung“ am Mittwochabend. Bild: gaw
Nordstetten. Das bedeutet: Die Argumente und Planungen der Horber Initiative für Lärmschutz (HIL) den Planern des Regierungspräsidiums (RP) schnellstmöglich darlegen und dafür eintreten. „Wir streben an, dass möglichst viele Dinge umgesetzt werden,“ sagte Theurer auf Anfrage von Sibylle Bossert (HIL). Man wolle noch vor der gesetzlich vorgegebenen Bürgerbeteiligung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens ab dem Jahr 2010 öffentlich informieren. Bis zum Start des genannten Verfahrens ist das Verkehrsgutachten aufgrund der Zählung im April (Ergebnis wird im Frühjahr bekannt) in das Lärm- und Schadstoffgutachten eingeflossen und es gibt Aussagen für die dB(A)-Belastung (Maßeinheit für den Schalldruckpegel).

Theurer fürchtet gleichwohl: „Ich sehe mit großer Sorge, dass wir das Geld für den Brückebau nicht bekommen, weil wir mit der Planung noch nicht fertig sind.“ Man könnte bei der Fortschreibung des Investitionsrahmenplanes des Bundes (gilt noch bis 2010) auch wieder rausfallen. Seitens des RP gebe es „erhebliche Bedenken“ bezüglich der heutigen Veranstaltung. Aus Gesamt-Horb heraus müsse sich „ein Konsens, ein möglichst geschlossenes Auftreten“, zeigen: „Es geht um die Verkehrsinfrastruktur, eine Überlebensfrage für uns. Nicht wegen des Handels muss etwas gemacht werden, es geht um die Funktionsfähigkeit der Stadt. Wir müssen die Machbarkeit suchen.“ Es sei ein „schmaler Grat, auf dem müssen wir rüber“, sagte er zu Petra Schläger. Die SPD-Stadträtin hatte angefragt, ob die Brücke zum jetzigen Zeitpunkt „noch gekippt werden könnte“.

Bernd Barth von der HIL für seinen Teil sagte auf eine konkrete Anfrage von Michael Köhl aus der Altheimer Straße in Horb sehr vorsichtig, dass das Beschreiten eines Klageverfahrens in der HIL bisher kein Thema gewesen sei. Es werde jedoch diskutiert werden müssen. „Die HIL fordert nichts, was nicht technisch machbar wäre – und es ist zum Wohl der Menschen. Es kann keine Brücke ohne Lärmschutz geben.“ In Bezug auf die Gesamtkosten (laut Stadtverwaltung 12 Millionen Euro für die Brücke und 3,8 bis 6 Millionen für die Hohenbergumfahrung) seien die von HIL-Planer Dipl.Ing. (TU) Rainer Hierath genannten 500 000 bis 800 000 Euro für Lärmschutz „Peanuts“.

Hierath stellte keine Verkehrsprognose mehr an, sondern stellte den Sinn seiner Planungen für Brücke und Anbindungen unter dem Aspekt aktiver Schutz und Ästhetik vor. „Wir möchten von der HIL vermeiden, dass aus Kostengründen auf den Schutz der Bürger verzichtet wird. Wir sprechen für alle Horber.“ Werte ab 60 dB (A) seien gesundheitsgefährdend. In einer Entfernung von 40 Meter sei an bestimmten Stellen noch ein Dauerschallpegel von 66 bis 67 dB(A) vorhanden. Er rechnet mit Werten über 80. So er wisse, gehe das RP von 60 bis 72 dB (A) aus. Er trug die HIL-Vorschläge vor: Erdwälle, Lärmschutzwand auf Erdwall, Glaswand auf der Brücke (für die Kernstadt), kreuzungsfreie Trassenführung, eventuell Radweg, Schwerlastverkehr raus aus der Nordstetter Ortsdurchfahrt durch Vorwegweiser, leises Betonbauwerk, Hochrechnungen bis 2010/2020, Schutz vor Feinstaub, Hangeinbindung der Straße für Lärmschutz, komplett Tempo 80, Förderung für private Lärmschutzfenster. Hierath monierte, dass er vom RP noch nichts gehört habe, nachdem er diesem die HIL-Vorschläge zugesandt habe.

Die Gewinner und die Verlierer
Fachbereichsleiter Wolfgang Kronenbitter und Architekt Rainer Hierath (HIL) legten einen Grundstock per Powerpoint für die Diskussion. Kronenbitter nannte Verkehrszahlen: 25 000 Fahrzeuge täglich in der Horber Ortsdurchfahrt. Aus einem Verkehrsmodell eines Büros aus dem Jahr 2006 konnte er Hochrechnungen für die Änderungen des Verkehrsaufkommens mit Brücke und Umfahrung Hohenberg (kalkuliert für das Jahr 2010) liefern: Die Kernstadt würde um 70 % entlastet. Am B 32-Abzweig nach Nordstetten wäre eine Zunahme von rund 20 % zu verzeichnen, in der Nordstetter Ortsdurchfahrt von 12 %. In der Bildechinger Ortsdurchfahrt wären es etwa + 20 %. Neben der Kernstadt direkt profitieren würden durch die Brücke das Dießener Tal (- 17 % in der Ortsdurchfahrt Dießen) und Rexingen (- 9 %). Aktualisierte Zahlen und Prognosen gibt es im Frühjahr 2009. Kronenbitter betonte den Wert der Brücke insbesondere für den Landkreis. Sein Fazit: „Das Lärmproblem muss von den RP-Planern abgearbeitet werden. Es gibt gesetzliche Regelungen, welche dB (A) zulässig sind.“ Zulässige Emissionswerte für Wohngebiete sind tags 59 und nachts 49 db (A).

Quelle: Neckar Chronik vom 12.12.2008

Text: Gabriele Weber

 

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