Mitgliederehrungen: ''370-Sozialdemokratische Jahre''

Veröffentlicht am 27.10.2012 in Presse im Wahlkreis

Das Jahr 1972 wurde mehrfach in Erinnerung gerufen bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins. Denn vor 40 Jahren, in der Regierungszeit von Willy Brandt, waren acht Jubilare des Ortsvereins Freudenstadt in die Partei eingetreten.

„370 stolze sozialdemokratische Jahre“, zählte Vorsitzender Tobias Frommann flugs zusammen. Da hatte er die beiden 25-jährigen Jubilare gleich mit addiert.
Die Auszeichnung treuer Mitglieder nimmt der Ortsverein sehr Ernst. „Paten“ aus dem Ortsverein setzten sich vorab mit dem Jubilar zusammen und halten dann eine kurze Laudatio während der Versammlung. Diesmal konnten
nur zwei der zehn Jubilare in der Gaststätte des Panoramabads anwesend sein, Dieter Eccarius (74) und Hans Gohr (91), beide seit 40 Jahren in der SPD, beide Lehrer, beide Schulleiter und Schulräte, beide bei ihrem Eintritt in die SPD überzeugt von Willy Brandts Friedenspolitik und Öffnung nach Osten. Vorsitzender Frommann und Kassier Helmut Grandpré würdigten Leben und Lebenswerk der beiden Männer und ihren aufrichtigen Gang als Vorbild für Generationen.
Auch Kreisvorsitzender Gerhard Gaiser gratulierte und wünschte sich, dass etwas von der Aufbruchstimmung der 70er-Jahre in die Reihen der Ortsvereine zurückkehre. Die SPD, so Gaiser selbstkritisch, müsse vielleicht manche Positionen überdenken. Festhalten aber werde sie an den Leitthemen wie bessere Bildung, Steuergerechtigkeit und nachhaltiges Wirtschaften. Die Schere zwischen den Immer-mehr-Reichen und den Immer-mehr-Armen dürfe nicht weiter aufklaffen. Gaiser: „Wir müssen uns auf unsere Wurzeln besinnen“.

Ein Jahr vor der Bundestagswahl stellte sich Saskia Esken aus Bad Liebenzell vor, bislang einzige Kandidatin bei der Nominierung des Bundestagskandidaten des Wahlkreises Calw/Freudenstadt am 10. November. „Ich komme zu Freunden“, meinte die 51-Jährige Mutter von drei Kindern, die bereits bei der vergangenen Bundestagswahl mit Unterstützung des Freudenstädter Ortsvereins kandidiert hatte. Saskia Esken ist Gemeinderätin und Kreisrätin, SPD-Kreisvorsitzende in Calw, Vorstandsmitglied im Landeselternbeirat und engagiert in vielen Bereichen. Inhaltlich wolle sie im Wahlkampf die soziale Gerechtigkeit zum „Wahlgewinner-Thema“ machen. Gerechtigkeit auch in der Wirtschaft und der Arbeitsmarktpolitik sowie in den Schulsystemen. Hohe Einkommen könnten durchaus gerechter besteuert werden, wenn die Mehreinnahmen in die Bildung fließen. „Wir brauchen einen Bildungsaufbruch“, so Esken, „anständige Bildung ist ein Menschenrecht“.

Neben Dieter Eccarius und Hans Gohr werden für 40-jährige Mitgliedschaft in der SPD ausgezeichnet: Hans-Klaus Henger, Otto Georgi, Elmar Haug, Karin Fischer, Heiner Geighardt und Brigitte Krebs. Seit 25 Jahren sind dabei: Heidi Stuber und Dr. Dieter Ströbel.

(Text mit freundlicher Genehmigung von H. Kuhnert, erschienen in Neckar-Chronik)

 

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