Talsohle scheint überwunden

Veröffentlicht am 18.05.2010 in Pressemitteilungen

Nicht alle Mitglieder des neuen Kreisvorstandes der SPD waren anwesend. Auf dem Foto sind zu sehen (von links): Frank En

Gerhard Gaiser bleibt Kreis-Vorsitzender der Sozialdemokraten
Die Stimmung bei der SPD im Kreis ist gut. Der Wahlerfolg in Nordrhein-Westfalen, zunehmende Kritik der Wähler an den Regierungsparteien und neu gewonnene Mitglieder lassen hoffen, dass die Talsohle der Sozialdemokraten so langsam überwunden ist.

Dornstetten. Zahlreiche Berichte, verschiedene Anträge und nicht zuletzt die Neuwahlen des gesamten Kreisvorstandes bestimmten die Tagesordnung der mehrstündigen SPD-Kreiskonferenz im Gasthaus Engel in Dornstetten. Bereits im Vorfeld hatte man beschlossen, die Anzahl der Kreisvorstandsmitglieder künftig zu reduzieren. Nicht jeder potentielle Kandidat bekam deshalb den gewünschten Posten, was vereinzelt auch zu Unmut führte. Zunächst blickte der Vorsitzende Gerhard Gaiser jedoch auf rund 30 Sitzungen und Konferenzen in der zurückliegenden Wahlperiode zurück.

Scharfe Kritik übte er in diesem Zusammenhang an der FDP, die eine reine Klientelpolitik betreibe und sich zunehmend als Partei der sozialen Kälte erweise. Mehrfach habe er zwischenzeitlich von FDP-Wählern gehört, dass diese ihre Wahlentscheidung bereuen. Im Hinblick auf die anstehenden Landtagswahlen begrüßte Gaiser die formalen Änderungen bei der Stimmgewichtung. Künftig sei das prozentuale Ergebnis ausschlaggebend, was für die SPD eine Verbesserung bedeute.

Kassier Frank Engelmann kündigte an, für sein Amt nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Erst kürzlich habe er den Vorsitz des Dornstetter SPD-Ortsvereins übernommen , der sehr viel Zeit beanspruche. Bisweilen gebe es da auch Interessenkonflikte zwischen beiden Positionen. Trotz der zurückliegenden und kostenintensiven Wahlen hat die Kreis-SPD rund 8000 Euro an Rücklagen gebildet – Geld, das nun auch für die anstehenden Landtagswahlen benötigt wird.

Stellvertretend für die Jusos begrüßte Tobias Frommann das neu eingerichtete „Jugendforum“ in Freudenstadt „eine Herzenssache der Jusos“. Man werde dies auf jeden Fall begleiten und unterstützen. Eine erfreuliche Botschaft hatte er ebenfalls dabei: Im Zuge der vergangenen Bundestagswahlen habe es doch einige Parteieintritte gerade in Reihen der Jusos gegeben. In diesem Zusammenhang machte Frommann auf ein Neumitglieder-Grillfest aufmerksam, das am 12. Juni ab 15 Uhr an der Dornstetter Allmandhütte stattfinden soll.

Aus dem Kreistag und der Regionalverbandsfraktion berichtete der Kreistagsfraktionsvorsitzende Reiner Ullrich. Man arbeite konstruktiv mit dem Kreis und dem Landrat zusammen, die SPD-Fraktion müsse aber noch „stärker an Köpfen“werden. Momentan sitzen sechs Vertreter der SPD im Kreistag, ein Mandat hat die Partei bei den vergangenen Kommunalwahlen verloren. Thematisch kam Ullrich auf die zurückliegende Krankenhausdiskussion zu sprechen, die SPD habe sich immer klar für den Erhalt beider Krankenhausstandorte ausgesprochen. „Wir haben uns am Machbaren und Gangbaren orientiert und keine Nebelkerzenveranstaltungen durchgeführt“, so Ullrich.

Bei den abschließenden Neuwahlen des gesamten SPD-Vorstands wurden sowohl der Vorsitzende Gerhard Gaiser als auch seine Stellvertreter Margret Heidelberg, Alexander Guhl und Tobias Frommann in ihren Ämtern bestätigt. Kreiskassiererin ist künftig Kerstin Guhl, Schriftführerin Regina Schwenk. Die Anzahl der Beisitzer wurde im Sinne einer strafferen und effektiveren Arbeitsweise reduziert. Nur sechs der insgesamt neun Kandidaten kamen deshalb zum Zuge. Gewählt wurden Axel Lipp, Monika Schwarz, Manuel Thiel, Frank Engelmann, Jörg Marx und Erika Schlager. Als Vertreter der Jusos wird künftig Lukas Ramsaier an den Sitzungen des Kreisvorstandes teilnehmen. Vorsitzender der Schiedskommission bleibt Ralf Bernd Herden. Beiden kommenden Landesparteitagen werden Gerhard Gaiser und Monika Schwarz die Genossen im Kreis als Delegierte vertreten, Vertreter auf der Landeskonferenz ist Lukas Ramsaier.

Text: MONIKA SCHWARZ

 

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