Wahlen zum SPD-Kreisvorstand - Schallmauer zwischen Horb und Freudenstadt ?

Veröffentlicht am 01.08.2012 in Kreisverband

Berichte und Wahlen standen auf der Tagesordnung der SPD-Kreiskonferenz. Mit einer Ehrung durch Minister Peter Friedrich für 40-jährige Parteizugehörigkeit wurde Gerhard Gaiser dagegen überrascht.

Berichte und Wahlen standen auf der Tagesordnung der SPD-Kreiskonferenz. Mit einer Ehrung durch Minister Peter Friedrich für 40-jährige Parteizugehörigkeit wurde Gerhard Gaiser dagegen überrascht.

Eigentlich wurde die Generalsekretärin der Landes-SPD, Katja Mast, im Gasthaus Engel in Dornstetten erwartet. Doch sie hatte krankheitsbedingt abgesagt. Und so kam der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten, um dem langjährigen SPD-Mitglied die goldene Ehrennadel samt Urkunde zu überreichen. Gaiser sei am 1. März 1971 in die SPD eingetreten und übe seit 1977 das Amt des SPD-Vorsitzenden im Landkreis Freudenstadt aus. Damit sei er der dienstälteste Kreisvorsitzende in Baden- Württemberg und wohl auch in ganz Deutschland, wusste der Minister und dankte Gerhard Gaiser für dessen sozialdemokratisches Engagement. In seiner Rede ging er auf die derzeitige Europapolitik und speziell auf Eurokrise und Fiskalpakt ein.

Gerhard Gaiser wurde als SPD-Kreisvorsitzender wiedergewählt. Er betonte, dass es in Baden-Württemberg zwar gelungen sei, die frühere Landesregierung abzusetzen, die SPD habe es aber nicht geschafft, stärkste Fraktion der neuen Landesregierung zu werden. Dies müsse das Ziel für die kommende Landtagswahl sein. Nicht gelungen sei es auch, Axel Lipp in den Landtag zu hieven. Dafür habe die SPD im Landkreis ein Stimmenplus von zwei Prozent verbuchen können, was Gaiser auf einen themenbezogenen Wahlkampf, bei dem Stuttgart 21, die Polizeireform und der viel diskutierte Nationalpark eine große Rolle spielten, zurückführte. Der Kreisvorsitzende rief seine Genossen trotz gestiegener Zahl dazu auf, neue Mitglieder zu werben. "Wir müssen schlagkräftiger werden und stärkere SPD-Gemeinderatsfraktionen bekommen", forderte er.

Fast 15 000 Euro hat der Wahlkampf den SPD-Kreisverband Freudenstadt gekostet. Bei Ausgaben von insgesamt 22 000 Euro und Einnahmen von 16 950 Euro blieben zum Jahresende 2011 noch 8685 Euro in der Kasse. Gaiser mahnte zum Sparen, damit für den kommenden Wahlkampf genügend Mittel bereit stehen. Was die Jusos alles unternommen haben, dass sie an der Antiatom-Mahnwache teilgenommen und die Zusammenarbeit mit Jugendorganisationen anderer Parteien angestrebt haben, erfuhren die Anwesenden von Fatih Ceylan. Geklappt habe es aber nur mit der Grünen-Jugend.

Von einer Schallmauer zwischen Horb und Freudenstadt sprach Hans Lambacher von der Arbeitsgemeinschaft 60 Plus. Diese müsse durchbrochen werden. "Wir sind ein Gesamtkreis und müssen an einem Strang ziehen", forderte Lambacher, der sich in den Kreiskommunen auch mehr Barrierefreiheit wünscht. Aus den Kreistags- und Regionalfraktionen berichtete Reiner Ullrich. Eine Forderung der SPD sei die Einrichtung einer Fachhochschule, eine andere, die Breitbandversorgung zum Kreisthema zu machen.

Das Ergebnis der Vorstandswahlen erbrachte folgendes Ergebnis:

Kreisvorsitzender:

Gerhard Gaiser

Stellv. Kreisvorsitzende/r:

Tobias Frommann, Jörg Marx, Uta Schumacher

Kreiskassierer:

Eberhard Haug

Kreisschriftführer:

Jürgen Vejmelka

Beisitzer/innen:

Hans Frommherz, Regine Haug, Dieter Rominger-Seyrich, Vanessa Schmidt, Antonio Rodriguez-Molina, Schlager Erika

Vertreter der Jungsozialisten im SPD-Kreisverband:

Fatih Ceylan

Vertreter der SPD AG 60 plus:

Hans Lambacher

(Text: Erschienen im Schwarzwälder-Boten, Doris Sannert)

Der Kreisrat und Landtagskandidat für den Wahlkreis Freudenstadt - Axel Lipp - wurde nicht in den Vorstand gewählt, obwohl er kandidiert hatte.

 

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